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jam fineartprint GmbH

Bilder richtig präsentieren
By Andreas jankowsky

Ob die eigene Ausstellung geplant wird oder zu Hause neue Bilder gehängt werden sollen - häufig steht der Fotokünstler vor der Frage, wie seine Bilder am effektvollsten zur Wirkung kommen. Vielfältige neue Materialien und Angebote bieten heute eine enorme Bandbreite an Präsentationsformen. Auf der anderen Seite sind wir überall von grossformatigen und plakativen Bildern der Werbung umgeben, so dass auf die sich verändernden Sehgewohnheiten reagiert werden muss.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die heute gängigen und möglichen Formen der Präsentation, weist auf mögliche Probleme der einzelnen Techniken hin und soll Ihnen helfen, Ihr eigenes Profil zu finden.

Klassisch: Passepartout und Rahmen

Das Passepartout mit Rahmen ist immer noch die klassische Form der Präsentation, die bis heute nichts von Ihrer einzigartigen Wirkung und konservatorischen Hochwertigkeit verloren hat.

Ein hochwertiges Passepartout aus säurefreiem Karton schafft nicht nur einen optisch ruhigen Raum um das Bild, es schützt das Bild auch optimal vor äußeren Einflüssen. Der Karton dient dabei als Klimapuffer, da er sehr viel mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann als das Bild allein, er schafft eine Distanz zum Rahmen und erlaubt damit einen Gas- und Feuchtigkeitsaustausch zwischen der Bildoberfläche und dem schützenden Glas. Bei Inkjet-Fine Art Prints gilt zu beachten, dass diese durchaus einige Zeit benötigen, um komplett auszugasen - also die gesamten Lösemittel der Tinten abzugeben.

Wer schon einmal einen frischen Inkjetdruck in einen Glasrahmen ohne Passepartout gelegt hat, wird später eine trübe Schicht auf dem Glas entdeckt haben. Dies wird zum einen durch eine mindestens 24 stündige Ruhezeit des Drucks vermieden, zum anderen durch ein Passepartout wirkungsvoll reduziert, da dieses einen Luftaustausch über lange Zeit hinweg ermöglicht.
Kurzum: Konservatorisch sind Passepartout mit Glasrahmung das beste, das Sie Ihren hochwertigen Bildern antun können: Eindrucksvoll präsentiert und perfekt geschützt.

Das richtige Glas

Etwas Aufmerksamkeit sollte man auch der Auswahl des Glases widmen. Zumeist kommt normales Fensterglas, das Floatglas zum Einsatz, das heute hinsichtlich Schlierenfreiheit durchweg eine sehr hohe Qualität hat. Wer seine Rahmen im Versandhandel bestellt, wird meist Acrylglas erhalten, das nahezu unzerbrechlich ist. Acrylglas ist leichter als echtes Glas, von hoher optischer Qualität - aber leider nicht kratzfest und neigt ausserdem zu statischen Aufladungen, die sich über die Zeit als graue Schleier bemerkbar machen können.

Wer das Optimum sucht, sollte den Einsatz von Museumsglas erwägen: etwa fünfmal so teuer wie Floatglas sorgt die interferenzoptische Entspiegelung für 99% Reflexionsfreiheit, was sich unmittelbar in unglaublichen Tiefen und Brillanz des Bildes bemerkbar macht. Hiermit lassen sich auch auf matten Naturpapieren (z.B. Hahnemühle PhotoRag) gedruckte Bilder trotz Glas perfekt präsentieren! Museumsglas (z.B. unter der Marke Mirogard von Schott) erhebt ihre Rahmung in den Olymp der Rahmungen!

Modern: Dibond

Größere Bildformate ab 60 x 90cm werden heute zunehmend rahmenlos präsentiert. Zum Einen hat dies schlicht wirtschaftliche Gründe: große Bilderrahmen sind sehr schwer und teuer; zum Anderen füllen die großen Formate den Blickwinkel des Auges völlig aus, so dass die isolierende und ins Bild leitende Wirkung z.B. eines Passepartouts nicht mehr nötig ist.

Im professionellen Umfeld kommt heute fast ausschließlich die DiBond Platte als Trägermaterial zum Einsatz: eine Aluminium Verbundplatte, mit ca. 0,2mm Alu Aussenschicht und einem Polyethylenkern von 2-6mm. Die Platten sind äusserst plan, stabil, leichter als Alu, gut zu bearbeiten und halten ewig - sogar im Ausseneinsatz.

Für Low-Budget Produktionen werden häufig auch KAPA-Material (ein Karton-PU-Schaum Verbund) oder Forex (ein geschlossenzelliger PVC-Hartschaum) eingesetzt, die allerdings nicht die Steifigkeit oder Haltbarkeit und auch nicht die Wertigkeit von Dibond erreichen. Für Schilder oder den kurzfristigen Einsatz sind diese Materialien OK, für Bilder, die anschließend in der Verkauf gehen sollen allerdings sicher nicht die richtige Wahl.

Im weiteren Verarbeitungsprozess werden die Fotografien mittels doppelseitigen Klebefolien oder -Vlies vollflächig mit der Platte verklebt, auf die Rückseite kommt in der Regel ein Aluminiumprofil, mit dem die Bildplatte verdeckt und mit Abstand zur Wand gehängt werden kann: Das Bild wirkt für sich und nichts, nicht einmal die Hängung, lenkt vom Bild ab.

Insgesamt eine sehr moderne Präsentationsform, die auch ein entsprechendes Umfeld braucht: wenig Ablenkung, große Freiräume.

Oberfläche schützen?

Viele Anbieter von DiBond Kaschierungen bringen auf die Bildoberfläche ungefragt ein „Schutzlaminat“ in Form einer matten oder glänzenden PVC-Folie auf. Dies hat gewisse Vorzüge, da das Bild damit in der Tat unempfindlich gegen Fingerabdrücke und die gesamte Handhabung bis zur Hängung wird.

Allerdings sollte der Fine Art Printer beachten: Während bei Lambda-belichteten Bildern ohnehin nur Semimatt als Oberfläche verwendet wird, gehen die Besonderheiten der Fine Art Papiere bei der Folienbeschichtung verloren - sie können hier also getrost das günstigste PE-Material verwenden, das Sie finden können. Ausserdem sind die Folienlaminate allesamt nicht sonderlich lange haltbar - selbst bei den besten Herstellern sind „Langzeit-Laminate“ mit 3-5 Jahren spezifiziert - und es kursieren Massen von völlig unspezifizierten chinesischen Laminaten. Suchen Sie sich also die verwendeten Materialien entsprechend ihren Ansprüchen genau aus. Mit Baumwollhandschuhen kann auch ein samtig mattes PhotoRag auf DiBond gut gehandhabt werden und dabei eine unglaubliche Wirkung erzielen...

Expressionistisch: Diasec

Zu den Modethemen gehört zweifellos die Acrylkaschierung. Nachdem die Patente für das DIASEC Verfahren ausgelaufen sind, ist © DIASEC als Marke geblieben, aber jeder mit entsprechender Technik kann solche Acrylkaschierungen anbieten - daher auch die vielfältigen Namensschöpfungen.

Technisch verbirgt sich dahinter die bildseitige Kaschierung des Motivs hinter eine klare Acrylglasscheibe. Als Klebstoff bieten sich zwei unterschiedliche Systeme an: Silikon wird zwischen Bild und Platte hauchdünn gewalzt oder eine hochtransparente Doppelklebefolie wird zum Kaschieren verwendet. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile - insgesamt gilt die Silikonvariante -gut gemacht- als hochwertiger.

Fast alle Anbieter in Deutschland setzen für die Bilder photochemische RA4 Prints ein, nur wenige arbeiten mit auf Inkjetdrucke abgestimmten Klebesystemen und können dafür mit dem erweiterten Farbraum moderner Inkjetdrucker punkten.

Ab einer gewissen Größe müssen die Acrylbilder mit einer stabilen DiBond Platte rückkaschiert werden, da die Bilder schwer sind und die Aufhängung nur an der Bildrückseite verklebt werden kann. Acryl ist zudem hygroskopisch - die Platte nimmt also Luftfeuchtigkeit auf und kann sich bei großen Formaten verziehen. Die stabile Rückkonstruktion trägt daher merklich zu Gewicht und Kosten bei.

Der perfekte Hochglanz eines Diasec Bildes ist beeindruckend. Wählt man zudem noch eine höhere Plattenstärke (typisch sind 3mm, sehr schön, aber teuer sind 6-8mm), so gewinnt das Bild ungemein an Tiefe, Dramatik und Brillanz.
Insgesamt gilt aber auch hier das bei Dibond gesagte: der Raum muss diese moderne Präsentationsform hergeben.

Glänzend oder matt?

Ein Problem wird bei den Diasec Bildern im Katalog oder in der Ausstellung häufig übersehen: Die Lichtführung ist wichtig, da der Quadratmeter Acrylglass erstmal ein Riesenspiegel ist. Dies kann besonders bei großen Bildern extrem störend wirken, da dann kaum eine Position zu finden ist, in der das Bild spiegelfrei zu betrachten ist. Helfen kann ein dunkles Gegenüber, eine leichte Neigung des Bildes oder eine matte Oberfläche.

Einige Anbieter liefern auch mattiertes Acrylglas, mit dem das Spiegelproblem umgangen werden kann - allerdings um den Preis eines neues Problems: der erhöhten Empfindlichkeit der Oberfläche. Während sich Kratzer in glänzendem Acryl gut auspolieren lassen, ist die matte Oberfläche irreparabel: einmal verschrammt, lässt sich die alte Mattierung nie wieder herstellen.

Familienkompatibel: Leinwand

Ebenso beliebt wie eindrucksvoll ist das Leinwandbild. Bisher für photographische Präsentationen überhaupt nicht verfügbar, vereinigen moderne Leinwanddrucke viele günstige Eigenschaften in sich: Sie sind recht leicht in beeindruckender Größe zu produzieren, die Anforderungen an die Qualität der Daten sind bei der strukturierten Leinwand längst nicht so hoch wie bei klassischen Bilderdrucken und die erreichbare Bildqualität ist bei guter Leinwand und niedrigem Drucktempo wirklich beeindruckend.

Mit einem dünnen Schutzlack versehen, schafft ein Leinwanddruck einen qualitativ hochwertigen, brillanten und dauerhaften Hingucker zu vertretbaren Kosten.
Bei größeren Formaten sollte auf einen doppelten Keilrahmen in 40mm Stärke zurückgegriffen werden, da dieser etwas mehr Stabilität gibt und vor allem ein schöneres Verhältnis zwischen Größe und „Dicke“ des Bildes herstellt.

Besonders Leinwanddrucke fügen sich recht harmonisch in eine bestehende Wohnumgebung ein - sie sind damit häufig viel „familienkompatibler“ als ein Dibond oder Diasec Bild.

Kombinationen: Schattenfuge

Der Schattenfugenrahmen ist eine Sonderform des klassischen Bilderrahmens - es ist aus einem „L-Profil“ gefertigt und nach oben offen. Das Bild wird in diesen Rahmen geschraubt und mit etwas Abstand zur Rahmenleiste fixiert - dieser Abstand bildet die „Schattenfuge“.

Sowohl Leinwandbilder als auch auf DiBond aufgezogene Bilder wirken mit der Schattenfuge besonders edel. Für beide gilt, dass der Rahmen (meist aus Holz, es gibt aber auch Alu-Schattenfugenprofile von z.B. Nielsen) das Bild nach aussen hin schützt und auch die Oberfläche meist leicht eingerückt ist.
Eine perfekte Präsentation, die zweifellos zu den aufwändigeren Formen gehört, dies aber mit hochwertiger und edler Schlichtheit belohnt.
Banner und Citylights

In einer Zeit, in der wir mit Bildern geradezu überflutet werden, dürfen diese zunächst wenig künstlerischen Präsentationsformen nicht fehlen. Unter den Banner- und Backlightmaterialien finden sich sehr gute Medien, die - ausserhalb der Massenproduktion- mit Sorgfalt, profiliert und mit geringerer Geschwindigkeit bedruckt äußerst eindrucksvolle Bildergebnisse ermöglichen.

Neueste Backlightmatreilien lassen sehr hohe Farbdichten zu, die mit echten Dias durchaus konkurrieren können. Passende sehr flache Leuchtkästen sind nicht billig, ziehen aber mit Sicherheit die Aufmerksamkeit auf sich.
Tyvek als Druckmedium beispielsweise ist leicht, unzerreißbar und nimmt für perfekte Schwärzen eine Menge Tinte auf, wenn man es langsam bedruckt - ein perfekter Banner für den Eingangsbereich oder einfach ein überdimensionaler Hingucker. Schauen Sie sich bei der Planung ihrer Ausstellung ruhig bei den Werbeleuten um - viele der Techniken oder Materialien lassen sich auch im High-End erfolgreich einsetzen!

Die richtige Hängung

Die Platzierung der Bilder an der Wand lässt viele Freiräume. Üblich -und meist auch die richtige Wahl- ist eine Hängung in einer Reihe mit Bildmittelpunkt in Augenhöhe und Ausrichtung der Bilder an der unteren Kante.

Die „Petersburger Hängung“ erlaubt eine sehr kompakte Hängung der Bilder; geordnet in einem Raster wie Memory Karten bis hin zum „Chaos“, der Mischung aus Groß und Klein eng gruppiert um einen virtuellen Mittelpunkt herum.

Allen Varianten ist gemein, das eigentlich die Motive im Mittelpunkt stehen sollen und nicht die Form der Präsentation, daß die Beleuchtung eine entscheidende Rolle spielt und man sich im Vorfeld über die örtlichen Bedingungen informieren sollte, um ggf. die Auswahl an Materialien oder Techniken danach ausrichten zu können.
Bedenken Sie, dass die Dynamik eines Bildes nur aus der Beleuchtung gewonnen werden kann - dass hellste Weiss ist nur so hell, wie es die Beleuchtung auf unbedrucktem Papier hergibt.

Nutzen Sie die vielfältigen neuen Materialien und Möglichkeiten, um Ihre Bilder eindrucksvoll zu präsentieren, setzen Sie einen Höhepunkt mit einem mutigen großen Format. Wann immer möglich, setzen  Sie  pointierte Beleuchtung ein, um dramatische Akzente zu setzen.

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